Wir brauchen das 7er- und das 15-Rugby

Das 7er-Rugby ist der Türöffner

Für Marketing des Rugbysports bei Menschen, die Rugby überhaupt nicht kennen, ist das 7er-Rugby eine essentielle Säule. Im Großraum Mannheim/Ludwigshafen entsteht eine Rugbyabteilung, wo die Menschen das Wort „Rugby“ mit dem „Sport mit den Helmen“ verbinden. Nur das 7er-Rugby bietet Neulingen die Möglichkeit, Rugby flächendeckend bekannt zu machen. Denn die Hürden sind gering und die Menschen finden schnell in das Spiel; sowohl beim Zuschauen als auch beim Spielen selbst. Ein Neuling erlangt viel schneller eine Übersicht und das Gefühl, das Spiel zu verstehen. Das Spiel ist schnell, athletisch und attraktiv, selbst wenn die Regeln kaum bekannt sind. Die erste Hürde wird durch 7er-Rugby sehr schnell genommen.

Auch bei der Mitgliedergewinnung muss man auf 7er-Rugby setzen; ob als Kontakt- oder Flag-Version ausgeführt. Denn Eltern möchten, dass ihre Kinder keiner Gefahr ausgesetzt sind. Das ist oberstes Gebot. Und wenn sie erkennen, dass beim 7er-Rugby eben keine 120-Kilo-Stürmer über den eigenen Nachwuchs herfallen werden, ist auch diese Hürde schon mal herabgesetzt und man hat die Möglichkeit, ihnen die komplexen Vorteile des Sports näher zu bringen.

Neues Level dank 15er-Rugby

Sind diese Hürden mithilfe der 7er-Variante genommen und hat man eine Schülermannschaft etabliert sowie das Wort Rugby und die Möglichkeit des Spielens in der eigenen Stadt bekannt gemacht, dann muss man im größeren Stil denken. Die großen Spiele einer 15er-Nationalmannschaft sind der zweite, essentielle Schritt, um kontinuierlich und auf längere Zeit Menschen in die Stadien zu bekommen. Wenn das 7er-Rugby soweit verständlich ist und die Bereitschaft für die komplexere 15er-Variante vorhanden ist, wollen die Menschen sogar von sich aus weitere Aspekte hinzulernen. Dann ist die Zeit reif für Freikarten für Länderspiele der DRV XV in großen Stadien.

Auf der anderen Seite: Sollten diese großen Spiele oder auch das Oktoberfest 7s wegfallen, sind die Vereine an der Basis einer essentiellen Marketingmöglichkeit beraubt. Denn die Leute sehen diese Spiele auch nur so lange als Anreiz, so lange sie etwas davon haben – sie wollen in erster Linie eine gute Deutsche Nationalmannschaft sehen. Nur zur Unterstützung werden die wenigsten in die Stadien kommen. Insofern können neue Rugbyvereine ohne die 7er- und die 15er-Nationalmannschaften nicht erfolgreich sein.

Jeder Akteur will Rugby voranbringen

Aus zuvor genannten Gründen folgt auch hier kein Aufruf, am gleichen Strang zu ziehen. Wenn die für die Nationalmannschaft Verantwortlichen im Rugbybereich aktiv sind, dann aus Eigenmotivation zum Wohle des Rugbysports in Deutschland. Und ich unterstelle jedem am Aufbau des Rugbys in Deutschland involvierten Akteur genau diese Eigenmotivation. Deshalb blicke ich auch positiv in die Zukunft und weiß, dass Jeder sein Möglichstes tun wird – und wenn nicht gemeinsam, dann auf eigene Faust. Wobei es aber auch dann leichter wäre wenn jedes Zahnrad seine Stärken konsequent ausspielt, ohne das andere zu behindern – selbst, wenn man in Parallelwelten agiert.

Sowohl Wild als auch der DRV haben bereits die ersten wichtigen Schritte vollbracht: Rugby findet in Deutschland auf größerer Bühne in Stadien statt. Jetzt müssen die nächsten Schritte gegangen werden.

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